R2D2 – Woche 4: Wie beendet man dieses Spiel?!

28. Januar 2019 0 Von metagamer

Trennungen sind oft nicht einfach. Gerade wenn die Zeit, die man gemeinsam verbracht hat, in die Jahre geht, fällt einem der Abschied oft schwer. Auch wenn die Vergangenheit geprägt ist von Frust und Streit, so sind es doch die positiven Erfahrungen, die mir am prägnantesten in Erinnerung bleiben. Und so stellt sich auch mir die Frage: Versuche ich mit aller Kraft aufrecht zu erhalten was zum Untergang verdammt ist, oder stelle ich mich dem Ungewissen, dem Neuen und nehme die Chance wahr, andere Erfahrungen zu sammeln?

Zwisches zwei Welten

Ich habe das Gefühl es ist egal wie viel Zeit ich in Dota 2 reinstecke, ich lande immer wieder bei HotS. Die Wahl der MOBAs scheint sich analog zur Wahl einer Zigarettenmarke zu verhalten – Die stärkste Bindung hat man zu dem, mit dem man begonnen hat. Für mich heißt das allerdings nur, dass die Vergleiche zwischen Dota 2 und HotS nicht all zu bald abreißen werden. Interessant ist das für mich vor allem deshalb, weil ich bei beiden Spielen die jeweils entgegengesetzte Position einnehme.

In Dota 2 laufen meine Spiele in der Regel wie folgt ab: Mit Windranger stehe ich Wache auf meiner Lane und versuche last-hits zu sammeln (was oft mehr schlecht, als recht erfolgt). Irgendwo auf der Map stirbt einer meiner Teammates. Der Voicechat geht an und eine Stimme lässt in russischer Sprache ihren Frust aus. Alternativ bedecken Sätze in kyrillischer Schrift meinen Monitor, mit denen ich natürlich genauso wenig anzufangen weiß. Irgendwann heißt es “report wr” und wenn ich dann merke, dass wr nicht für winrate sondern Windranger steht, weiß ich, dass ich irgendwie nicht das mache, was ich machen sollte.

In HotS sieht die Sache dagegen schon ganz anders aus. Ja, teilweise bin ich sogar derjenige, der beginnt zu flamen. GERECHTFERTIGTER WEISE! Nein, Quatsch. Es gibt Nichts, was toxicity rechtfertigen kann. Auch wenn ich die meiste Zeit mit facepalm vor meine PC sitze und mich frage, was das für Clowns sind, die da in meinem Team spielen. Versaut jemand mein Game, weil er konstant allein gegen 4-5 Leute intet und nach dem siebten Tod noch immer nicht versteht, dass dies eine eher suboptimale Strategie ist, treibt mich das schon zur Weißglut, aber vielleicht weiß er es einfach nicht besser. Der freundliche Hinweis darauf, das Spiel zu deinstallieren, wird ihn bestimmt nicht davon abhalten, weiterhin mit Vollgas in den Tod zu rennen.

Lernen das Spiel zu beenden

Schaut man sich meine letzten Dota-Games an, merkt man, dass wirklich Niemand so genau weiß, was er da eigentlich macht. Ergebnis: Ein Spiel dauert ca. eine Stunde und keiner weiß, wie man einen gewonnenen Teamfight ausnutzt. In einem Game haben wir nach ca. 45 Minuten das gesamte gegnerische Team ausgeschaltet. Statt dies auszunutzen und hart zu pushen, haben drei von uns angefangen Roshan(?) zu auszuschalten, während die anderen zurück zu Base gingen, um sich frisch zu machen. Ich weiß nicht einmal, was dieser Boss eigentlich macht, aber ich kann mit Sicherheit behaupten, dass es die falsche Entscheidung gewesen ist. Erst nach weiteren 15 Minuten haben wir es schließlich hinbekommen, den gegnerischen Ancient einzureißen.

Auch in HotS gibt es Situationen, wie diese. Allerdings enden auch die unerträglich langen Spiele nach ca. 30 – 40 Minuten. An solchen Dingen lässt sich schwierig allein Arbeiten, aber mit der Zeit werde ich mich hoffentlich besser orientieren können und für weniger Wut in meinem Team sorgen. Was kann ich daraus also mitnehmen? In Dota 2 kann ich lediglich auf Verständnis der erfahrenen Spieler hoffen (haha…). In HotS werde ich dagegen mehr Verständnis geistig behinderten Teammates entgegenbringen und versuchen, mein Feedback positiv zu formulieren. In Dota steht für mich als nächstes auf jeden Fall Item Management an.

Aus Rücksicht auf meine anstehenden Prüfungen, kann es sein, dass ich in den kommenden zwei Wochen nicht dazu kommen werde zu zocken. Fehlende Beiträge wären die Folge, werden allerdings wieder nachgeholt.