R2D2 – Woche 1: Eines der schwierigsten Spiele der Welt

7. Januar 2019 0 Von metagamer

“Dieses Jahr wird alles anders! Ich werde abnehmen, mich immer fleißig auf die Uni vorbereiten und Dota 2 lernen.” – Ich, 01.01.2019
Nun… Während ich also die Hälfte meiner Vorsätze bereits aufgegeben habe, liegt mir die Sache mit Dota 2 doch tatsächlich am Herzen.

Als ich vor zwei Jahren eine Hausarbeit über Künstliche Intelligenz schrieb, stieß ich dabei auf ein interessantes Video, das von einem Bot handelte, welcher sich selbst Dota 2 beibrachte. Innerhalb kürzester Zeit spielte der Bot tausende von Games gegen sich selbst und besiegte im Anschluss jeden Profi-Spieler, der gegen ihn antrat. Ein Satz aus diesem Video ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben: Es dauert ungefähr ein Jahr bis man die Basics des Spiels gelernt hat.

Auch wenn es übertrieben klingen mag, kann ich die Aussage durchaus nachvollziehen. Man muss sich lediglich die schiere Menge Informationen vor Augen führen, die man sich merken muss:

  • Aktuell gibt 112 spielbare Held*innen, aus denen man wählen kann. Das allein sind schon 112 Namen, die man mit der entsprechenden Zuordnung in die drei Bereiche Stärke, Agilität und Intelligenz lernen sollte.
  • Jeder dieser Held*innen verfügt über drei Basisfähigkeiten und eine Ultimate. Auch wenn ich behaupten würde, dass es nicht zwingend notwendig ist, die Namen jeder Fähigkeit zu wissen, sollte man zumindest die Effekte jeder Fähigkeit und darüber hinaus vielleicht sogar die Abklingzeiten und Manakosten kennen (auf jeden Fall von den Helden, die man selbst spielt).
  • Hinzu kommen noch unzählige Items, Itempreise, Builds der Helden sowie Teamkompositionen und Makrostrategien, durch die man schließlich die Oberhand gewinnt.

 

All das, was man nicht lernen kann

Was ich also tun muss, ist all diese Dinge auswendig zu lernen, um ein guter Dota-Spieler werden! Es wäre zumindest ein Anfang, aber noch lange nicht das Ende… All diese Dinge sind natürlich wichtig, decken jedoch gerade einmal den theoretisch Teil ab. Hinzu kommen praktische Erfahrungen und Skills, die man sich hart erarbeiten muss, so wie etwa stutter stepping und skill shots. Allem voran gehen aber das erfolgreiche Ausführen von last hits und denys.

Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es darum gegnerische Einheiten (dazu zählen Creeps, Held*innen und Türme) mit dem finalen Treffer zu vernichten. Ein erfolgreicher last hit gewährt einem einen Bonus an Gold, durch den man schneller an Gegenstände kommt, die die Fähigkeiten der Helden verbessern und schließlich dazu beitragen den Gegner zu vernichten. Um den Gegner davon abzuhalten Bonusgold zu sammeln, hat man außerdem die Möglichkeit einen last hit auf verbündete Einheiten auszuüben. Das verwehren von last hits nennt sich dann deny. Wie ich in meinen ersten Games gemerkt habe, hört sich das ganze leichter an, als es in Wirklichkeit ist. Ich habe das Gefühl, dass es sich mit dem Sammeln von last hits ähnlich verhält, wie mit dem freihändig fahren auf dem Fahrrad. Mit der Zeit bekommt man einfach ein Gefühl dafür. Es gibt also nichts, was man machen kann, außer üben, üben üben.

Nichts will funktionieren

Ich beschließe in meinen ersten Games gegen Bots zu kämpfen. Da ich immerhin durch HotS bereits Erfahrungen mit MOBAs habe, dachte ich, ich kann mir zumindest erlauben gegen schwere Bots zu spielen. Für das erste Spiel wählte ich wahllos einen der vielen Heroes und begnügte mich mit Broodmother.

Ich kann froh sein, mit geübten Spielern gematched worden zu sein, denn obwohl ich lediglich Bots als Gegner hatte, hätte ich gnadenlos verloren. Allein durch die Itemauswahl im Shop war endlos überfordert. Hätte ich gegen echte Spieler gespielt, hätte ich meinem Team vermutlich nichts als Frust bereitet.
Im nächsten Game fällt meine Wahl auf Clockwerk. Was für faszinierender kleiner Wicht. Und auch wenn ich erneut zur Last für mein Team werde, läuft es langsam besser. Ich mache mehr last hits und sterbe deutlich weniger. Mit kleinen Schritten geht es also voran. Drei Games schaffe ich mit Clockwerk bevor mein PC schließlich den Geist aufgibt. Ich bin frustriert. Irgendetwas stimmt nicht. Immer wieder stürzt er nach kurzer Zeit ab. Für die kommenden Tage werde ich mich also erst einmal diesem Problem widmen müssen, bevor ich weiter üben kann.

Doch meine kleinen Misserfolge haben mich dazu motiviert mir kurz-, mittel-, und langfristige Ziele zu setzen. Mein Ziel für die nächsten Wochen ist es ein Game zu spielen, bei dem ich nicht den geringsten Level habe. Mittelfristig möchte ich bei Clockwerk bleiben. Den Fehler, den ich bei HotS begangen habe, war, dass ich bis zur Gründung meines Teams zwar jeden Helden etwas, aber kaum einen richtig spielen konnte. Diesmal möchte ich mich auf einen einzigen Helden konzentrieren, bis ich die Basics von Dota 2 gelernt habe. Langfristig hoffe ich mich einranken zu können und bis zum Ende des Jahres vielleicht in den Bereich des Crusaders aufsteigen zu können. Mal sehen, was die nächsten Wochen so mit sich bringen.