R2D2: Wie alles begann

26. Dezember 2018 0 Von metagamer

Was Esport angeht, war ich leider nicht immer der begeisterte Fan, der ich heute bin. Im Gegenteil sogar. Es dauerte unheimlich lange, bis ich meine Skepsis der Szene gegenüber ablegen konnte.
Ich erinnere mich noch an eine Homeparty, irgendwann um das Jahr 2010 herum, bei der ein Bekannter von mir einige Games von League of Legends über seinen Monitor laufen ließ, die er auf keinen Fall verpassen wollte. Als ich das mitbekam, stellte ich mir die gleiche Frage, die sich heute noch viele Leute in meinem Umfeld stellen, die nichts mit Videospielen zu tun haben: Was ist so toll daran, jemandem dabei zuzusehen, wie er*sie ein Videospiel spielt?

Good Guy Blizzard

Wie man sich denken kann, hat sich seitdem einiges getan. Nachdem mich zwischenzeitlich Hearthstone und Starcraft 2 dazu brachten, das ein oder andere Turnier zu verfolgen, war es letztendlich Heroes of the Storm, das es schaffte mich vollends in den Bann zu ziehen. Der Einstieg war unfassbar leicht und auch wenn ich anfangs nicht alle Helden mit ihren individuellen Fähigkeiten, Rollen und Kombos kannte, waren mir zumindest die meisten von ihnen aus ihren ursprünglichen Spielen bekannt. Was folgte, waren zwei fantastische Jahre, in denen ich das Spiel mehr casual als leistungsorientiert spielte, was mir jedoch die Zeit gab, alle Helden, Talente und Maps zu lernen.

Mit der Heroes of the Storm Global Championship (HGC) 2018 flammte in mir die Motivation auf, mich mit anderen Spielern zu messen und zu zeigen, wie gut ich in diesem Spiel eigentlich bin. Ich schaffte es immerhin in den hohen Goldbereich, bis ich mir schließlich eingestehen musste, dass ich gerade einmal die Basics des Spiels verinnerlicht hatte. Was mir fehlte, waren unter anderem strategisches Wissen der einzelnen Maps, Camp Timings, Wissen um das richtige Draften sowie der Überblick bei chaotischen Teamfights und vieles mehr. Essenzielle Dinge also, die Spieler auf hohen Rängen von Spielern auf niedrigen unterscheiden.

Bad Guy Blizzard

Problem erkannt, Problem gebannt. Um mich zu bessern, gründete ich mein eigenes Team und legte mich auf eine spezifische Rolle im Spiel fest. Denn erst durch die Möglichkeit der gemeinsamen Absprache kann man sich koordiniert auf einzelne Aspekte des Spiels konzentrieren. Nachdem ich nun also bereit war, mit meinen vier Kamerad*innen in die Schlacht zu ziehen und mich auf den Rang des Masters zu spielen, veröffentlichte Blizzard die Neuigkeit, dass HGC für das Jahr 2019 gestrichen wird und sie ihre Entwickler von HotS abziehen, um diese in andere Projekte zu stecken. Großartig!
Genau jetzt, wo es eigentlich rund gehen soll, gibt Blizzard das Spiel also auf. Der Esport ist weg und die meisten Pros, denen ich gern bei Twitch zusah, wechseln zu LoL. Für Spieler*innen außerhalb der Pro-Szene mögen die Änderungen nicht ganz so drastisch sein, allerdings fehlt mir dann doch die Motivation weiter Zeit und Kraft in ein Spiel zu investieren, das in absehbarer Zeit sterben wird.

Warum Dota 2?

Auch für mich heißt es nun also: auf zu neuen Ufern! Doch wohin soll die Reise gehen? In der Welt der MOBA gibt es letztendlich nur zwei ernstzunehmende Antworten auf diese Frage – Dota 2 oder LoL. Persönlich habe ich nichts, das mich mit dem einen oder dem anderen verbindet. Alles, was ich über diese Spiele weiß, ist, dass Dota 2 Gerüchten zufolge deutlich komplexer sein soll, was den Zugang natürlich massiv erschwert. Das klingt zwar abschreckend, jedoch genauso verführerisch. Ich meine, wer hat nicht Spaß dabei frontal gegen eine Wand zu laufen?

Für mich, für euch und für alle zukünftigen Dota 2-Anfänger*innen dieser Welt, nehme ich die Herausforderung an, dieses Spiel nicht nur zu lernen, sondern zu meistern und mache es zu meinem Vorsatz für das Jahr 2019!

Meinen Fortschritt gibt es jede Woche hier zu lesen.